Mut zum ‚Cross-Thinking‘

Während des ersten Lockdowns im letzten Frühjahr war der Ruf nach neuen Ansätzen des Wirtschaftens und notwendigen ökonomischen Alternativen in vieler Munde, ob Politiker, Wirtschaftswissenschaftler, Unternehmer oder Banker. Jetzt nach fast einem Jahr scheint diese Einsicht fast verhallt und es sieht aus, als ob es nur noch um ein Zurück zum Vorher und zum Weiter wie immer, zur ‚Normalität‘ des Hauptsache Geschäfte machen zu gehen scheint. Man muss sich fragen: Haben wir aus dieser existenzbedrohenden Krise nichts dazu gelernt? Wo sind beispielsweise die Wirtschaftsweisen, Unternehmerinnen und Ökonomen, die Mut haben zum ‚Cross-Thinking‘ und neue Modelle des Wirtschaftens anstreben? Nein, mit dem ‚Cross-Thinking‘ meine ich nicht die unverantwortlichen Querdenker, die durch Fakenews dem Wohl der Bevölkerung und damit auch der Wirtschaft schaden.

‚Cross-Thinking‘, und übrigens auch das deutsche Wort ‚Querdenken‘, meint das Anstoßen innovativer Prozesse durch Kreativität und neue Blickwinkel woraus sich Ideen alternative Modelle entwickeln. Dazu ist es notwendig, gewohnte Bahnen wie z.B. fest zementierte Wirtschaftstheorien, die sich während der Pandemie sowieso als schwach erwiesen haben, in Frage zu stellen. Die Zukunft des Umwelt-, Kultur-, und Gesundheitskapitals, sowie die Existenz vieler Unternehmen erfordern jetzt den Mut, die angesichts eines allein auf monetären Gewinn ausgerichteten Wirtschaftens querdenken und zukunftsträchtige Modelle zu denken wagen.

Franziskanische Zukunftswerkstatt

Hunger, Flucht und Vertreibung, extreme Armut, Ausbeutung von Mensch und Umwelt – all das sind Themen, denen wir uns nicht nur in unserer Projektarbeit widmen. Die Franziskanische Zukunftswerkstatt setzt sich eine Aufklärungsarbeit zum Ziel, die die globalen Zusammenhänge und strukturellen Ungleichheiten ersichtlich macht, welche die multiplen Krisen unserer Zeit verursachen.

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